Hinweise zur Bedeutung und Verwendung von Druckprofilen

Das passende Druckprofil ist in der Tat sehr wichtig, um zu einwandfreien Druckresultaten zu kommen. Es ist die "Bedienungsanleitung" für die Drucksoftware (also den Druckertreiber oder die RIP-Software) und sagt ihr, welche Tintenfarbe in welcher Menge aufgetragen werden soll. Ein glänzendes Fotopapier benötigt natürlich andere Einstellungen als ein mattes Papier oder eine transparente Folie: die einzelnen Tinten müssen in anderer Menge aufgetragen werden, um einen hochwertigen Ausdruck zu erhalten, bei dem die Farbbalance, die Helligkeit und der Kontrast stimmt.

Allerdings erzielt man häufig bereits mit den im Druckertreiber hinterlegten Einstellungen für das entsprechende Original-Medium des Druckerherstellers gute Resultate. Dies gilt insbesondere für den häufig anzutreffenden Fall, wenn mit pigmentierten, wasserbasierten Tinten (also z.B. den UltraChrome- oder DURABrite-Tinten von Epson oder den Lucia-Tinten von Canon) auf nano- bzw. mikroporös beschichtetes PE-Fotopapier gedruckt wird. Denn obwohl die Papiere der einzelnen Hersteller sich durchaus voneinander unterscheiden: die Druckeinstellungen in diesem Fall sind nahezu die gleichen.

Zunächst ist grundsätzlich zu beachten: zum Bedrucken von glänzenden Druckmedien wählen Sie bitte das entsprechende, hochwertige glänzende Fotopapier im Druckertreiber aus, bei Pearl-, Satin- oder halbglänzenden/halbmatten Oberflächen die entsprechende Papieroberfläche der Druckermarke und bei matten Druckmedien die Einstellungen entweder für mattes Papier oder für mattes Fine Art-Papier.

Bei wasserbasierten pigmentierten Tinten ist für glänzende und für Pearl-/Satin-/Semiglossy-/Semimatt-Oberflächen die Fotoschwarz-Tinte zu verwenden, für matte Medien grundsätzlich die Mattschwarz-Tinte. Dies gilt nicht nur für Papiere, sondern auch für Canvas, Stoffe, Banner, Filme und Folien.

Und nun kommt der Trick: bei den meisten hochwertigen glänzenden und Pearl-/Satin-Druckmedien sind die Farbabweichungen gering – die Farbpigmente bleiben nahe der Schichtoberfläche liegen und dringen nicht so tief in die Schicht ein, so dass das Druckresultat in punkto Farbbalance und Helligkeit kaum von der Tintenaufnahmeschicht beeinflusst wird. Probieren Sie es einfach mal aus: verwenden Sie das BONJET ATELIER PEARL mit den Druckeinstellungen und dem Profil für eines der folgenden Papiere: z.B. Epson Premium Semi-gloss oder Luster Fotopapier, Ilford Galerie Prestige Smooth Pearl, Canon Semi-glossy oder Pearl Fotopapier, Sihl Masterclass Lustre Fotopapier oder Tetenal Spectrajet Lustre Fotopapier. Sie werden feststellen, dass die Farbbalance kaum anders ist, als wenn Sie unser Original-Druckprofil für das BONJET ATELIER PEARL verwenden.

Natürlich bleiben die anderen wichtigen Unterscheidungsmerkmale der Papiere erhalten wie z.B. Kontrast, Leuchtkraft, Weißpunkt, Maximalschwärzung, Schärfe, Oberflächenstruktur und Glanz / Mattierung, Haptik, Steifheit, Kratzfestigkeit, Empfindlichkeit gegen Fingerabdrücke, Qualitätskonstanz von Charge zu Charge und so weiter und so weiter ... es gibt wirklich zahlreiche Qualitätskriterien, nach denen Sie Ihr Lieblings-Fotopapier aussuchen können.

Wichtig: bei matten Papieren hingegen, und auch bei Fotopapieren, sofern sie mit Farbstofftinten bedruckt werden, funktioniert dieser Trick zumeist nicht. Die Tinten dringen deutlich tiefer in die Tintenaufnahmeschicht ein; sie spielt deshalb eine entscheidende Rolle für die Farbbalance, und somit sind Farbanpassungen meist unumgänglich.

Die Verwendung und Einbindung von ICC-Druckprofilen ist deshalb vor allem dann empfehlenswert, wenn Farbabweichungen auftreten. LE BON IMAGE bietet für zahlreiche BONJET-Medien ICC-Druckprofile zum kostenlosen Download an. Lesen Sie auch die Anleitung, die wir zum jeweiligen Druckermodell geschrieben haben; hier finden Sie wichtige Informationen zu den jeweiligen Einstellungen im Druckertreiber.

Sollten Sie ein ICC-Profil für eine bestimmte Medien-Drucker-Kombination vermissen, kontaktieren Sie uns. Wir bieten Ihnen an, für Ihren Drucker und das gewünschte BONJET-Medium ein Profil zu erstellen. Aber probieren Sie zunächst einmal aus, wie das Druckresultat mit den Druckeinstellungen für ein von der Art her ähnliches Papier eines Mitbewerbers aussieht. Vielleicht werden Sie ja überrascht (und sehr zufrieden) sein...